Das Telephon von Elisha Gray

Elisha Gray, geh. 2. August 1835 zu  Barnesville, Belmount County Ohio, gest. 21. Januar 1901 zu Boston, wurde zuerst zu einem Grobschmied in die Lehre gegeben, vertauschte dieses Handwerk bald mit dem eines Zimmermanns. 21 Jahre alt trat er in das Oberlin College (im Staate Ohio) ein, wo er 5 Jahre blieb und sich hauptsächlich dem Studium der Physik widmete. Später wurde er Lehrer für Physik an dieser Anstalt, darauf am Ripon College im Staate Wisconsin. 1869 siedelte er nach Cleveland 0hio über und gründete eine Elektrizitätsfirma, die später, nach Chicago verlegt, sich mit der Western Eleetric Manufakturing Company, der jetzigen Western Electrie Company, vereinigte. 1878 trat er aus, um sich ganz seinen Studien und der Verwertung seiner Erfindungen zu widmen. Seine ersten Patente betrafen telegraphische Relais und Drucktelegraphen. 

1875 begann er Versuche mit der elektrischen Übertragung der menschlichen Stimme, deren Ergebnis in einem Patentgesuch vom 14. Februar 1876 ("l claim as my invention the art of trausmitting vocal sounds or conversations telegraphically through an electric circuit") niedergelegt war. Er erhielt aber kein Patent, weil Alexander G. Bell (s. d.) ihm mit der Anmeldung auf sein Telephon vom gleichen Tage zwei Stunden zuvorgekommen war. In einem Patentstreite gelang es ihm nicht, seine Ansprüche gegen Beil durchzusetzen. 

Eine andere wichtige Erfindung Grays ist der Telautograph, vorgeführt 1893 auf der Chicagoer Weltausstellung; an dessen Verbesserung hat Gray bis in seine letzte Lebenszeit gearbeitet. In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte er sich mit der Entwicklung eines Unterwasser-Schallsignalsystems. Er starb am Herzschlage.

 Quelle: HANDWÖRTERBUCH des elektrischen Fernmeldewesen, Berlin 1929   

 

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125 Jahre Telefon in Deutschland
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