Jubiläum: vor 125 Jahre hat Alexander Graham Bell sein Telefon in Amerika patentieren lassen. 

Alexander Graham Bell 1847-1922

Alexander Graham Bell, geb. 3. März 1847 in Edinburgh, gest. 2. August 1922 bei Baddeck (New Scotland). Sein Vater war Lehrer für Sprechtechnik an der Universität in Edinburgh, der ein System „sichtbarer Sprache“, das alle möglichen Artikulationen der menschlichen Stimme darstellte, erfunden hatte. Bell besuchte die Schule in Edinburgh und vom 14. Jahre ab in London. Studierte an der Universität in Edinburgh Lateinisch und Griechisch. Wurde Lehrer an der Weston House Acadomy in Elgin für Sprachtechnik und Musik. Ging dann als Assistent seines Vaters nach London, wo dieser am University College als Lehrer für Sprechtechnik tätig war. 1868 beschäftigte sich Bell mit dem Sprechunterricht für taubstumme Kinder. Studierte bis 1870 Anatomie und Physiologie der menschlichen Stimme und siedelte dann mit seinen Eltern nach Kanada über, wo sein Vater eine Lehrtätigkeit übertragen erhalten hatte. 

1871 ging der junge Bell als Taubstummenlehrer nach Boston.   Von 1873 bis 1877 bekleidete er eine Professur für Sprechtechnik und Physiologie der Stimme an der Universität in Boston. Hier lebte sein schon in England erregtes Interesse für die Telegraphie wieder auf; er beschäftigte sich in einer Privatwerkstatt mit der Entwicklung eines harmonischen Mehrfachtelegraphen mit übereinander gelagerten wellenförmigen Strömen und suchte in Verbindung damit auch die Übertragung musikalischer Töne über Telegraphenleitungen zu bewerkstelligen. Die zweite Aufgabe trat bei seinen Arbeiten immer mehr in den Vordergrund. 

Am 10. März 1876 gelang es Bell bei diesen Versuchen, auch die Sprache mit Hilfe des elektrischen Stromes zu übertragen. An diesen Versuchen hatte sein Gehilfe, der Mechaniker Watson, wesentlichen Anteil. Bell war durch seine Studien und Berufstätigkeit gut vorbereitet an die Aufgabe herangetreten, er verdankte seinen Erfolg aber doch mehr dem Zufall als wissenschaftlichen Überlegungen. Bell erhielt für seine Erfindung ein Patent vom 14. Februar 1876, in dem ganz allgemein die Übermittlung von Lauten jeder Art, einschließlich der Sprache, mit Hilfe elektrischer Wellenströme geschätzt war. Darin ging das Patent offenbar viel zu weit, denn es deckte auch die früher gefundenen Lösungen, u. a. auch das Telephon von Philipp Reis. Die zur Ausnützung der Bellschen Erfindung später gegründete Bell-Company hat das durch das Patent erteilte förmliche Recht rückhaltlos ausgenützt und jede anderweitige Herstellung und Benutzung von Telephonen unterdrückt. Darunter hatte auch Elisha Gray in Chicago bei der Anmeldung seines Patentes auf ein Telephon, das am gleichen Tage wie das Bells, nur zwei Stunden später, beim Patentamt eingereicht war, zu leiden gehabt.

Bells Telephon wurde auf der Weitausstellung in Philadelphia 1876 ausgestellt und fand dort große Beachtung. Bell gilt in Amerika und in dem unter angelsächsischen Einflusse stehenden Teil der Welt als Erfinder des Telephons. Das ist unrichtig. Von Bells Telephon ist zwar die Entwicklung der Telephonie ausgegangen, weil sein Apparat durch seine verblüffende Einfachheit sogleich für den praktischen Gebrauch geeignet war, dieser Verdienst, als erster die Sprache auf elektrischem Wege übertragen zu haben, gebührt aber Philipp Reis. Das Wesentliche der Erfindung Bells liegt in der Anwendung durch elektromagnetische Induktion erzeugter Wechselströme, die von der zu übertragenden Sprache selbst hervorgerufen werden. Bell hat sich an der weiteren Entwicklung der Telephonie praktisch nicht mehr beteiligt.

 Quelle: HANDWÖRTERBUCH des elektrischen Fernmeldewesen, Berlin 1929   

Sonntag, 16. Juni 2002 / 19:28:57 

Nicht Bell sondern Meucci hat das Telefon erfunden

Washington - Wer hat das Telefon erfunden? Alexander Graham Bell, werden Sie sagen.. So steht es in allen Geschichtsbüchern. Falsch: Der Erfinder des Telefons heisst Antonio Meucci. Dem US-Italiener wurde jetzt späte Ehre durch das US-Repräsentantenhaus zuteil.

Im Bemühen um späte Gerechtigkeit hat das US-Repräsentantenhaus die gemeinhin Alexander Graham Bell zugeschriebene Erfindung des Telefons als Verdienst des Italo-Amerikaners Antonio Meucci deklariert. Wie am Sonntag von amtlicher Seite verlautete, stimmten die Abgeordneten einer entsprechenden Resolution am Dienstag durch Zuruf zu. In dem von dem Republikaner Vito Fossello aus New York eingebrachten Text heisst es, Meucci müsse wegen seines Beitrags zur Erfindung der fernmündlichen Kommunikation gewürdigt werden.

Er habe schon lange vor Bell ein Telefonsystem zwischen dem Keller seines Hauses und dem Zimmer seiner Frau im ersten Stock im späteren New Yorker Bezirk Staten Island installiert.
Seine Erfindung stellte Meucci bereits 1860 in einer örtlichen italienischsprachigen Zeitung vor. 1871 liess er sich seinen Apparat vorläufig patentieren, musste das Patent wegen finanzieller Schwierigkeiten jedoch 1874 verfallen lassen.

Zwei Jahre später bekam der aus Schottland in die USA eingewanderte Bell ein Patent für das von ihm erfundene Telefon. Entwickelt hatte er es in dem Labor, in dem Meucci sein Material gelagert hatte.
Die US-Behörden hatten 1887 versucht, Bell das Patent in einem Betrugsverfahren abzuerkennen. Durch den Tod von Meucci im Jahr 1889 geriet die Angelegenheit jedoch in Vergessenheit. Während Bell zu Weltruhm gelangte, ist der Name Meucci heutzutage nur Wenigen geläufig.

ba (Quelle: sda) 

http://www.news.ch/detail.asp?ID=114623

 

Antonio Meucci. Er hatte massgeblichen Anteil an der Erfindung des Telefons.

Foto: ifp (news.ch)

 

 

 

Antonio Meucci Telefon aus dem Jahr 1857

Foto: http://www.esanet.it/chez_basilio/antenna.htm

 


Philipp Reis Antonio Meucci  Elisha Gray
125 Jahre Telefon in Deutschland
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