125 Jahre Telefon / Fernsprecher in Deutschland

 

Am 26. Oktober 1877 beginnt in Berlin die Geschichte des Telefons in Deutschland. 

Die Reichstelegraphenverwaltung macht am diesem Tage die ersten Sprechversuche mit zwei "Bell'schen Telephonen". Die erste Telefonverbindung war vom dem Generalpostamt in der Leipziger Straße 15, zu dem Generaltelegraphenamt in der Französischen Straße 33b.

 

Bell Telephon

Anwesend waren bei dem ersten Versuch der damalige Generalpostmeister Heinrich v. Stephan und der Generaltelegraphendirektor Budde.

Nachdem die ersten Worte in das Telefon gesprochen wurden und hörbar ankamen, sagte Heinrich v. Stephan mit leuchtenden Augen:

 "Meine Herren, diesen Tage müssen wir uns merken ! ".

Damit war der  26. Oktober 1877 zum Geburtstag des Telefons in Deutschland ernannt worden. 

Philipp Reis hatte zwar schon 1861/1863 sein Telefon (Sender) und Reproduktionsapparat (Empfänger) in Frankfurt a.M.  vorgestellt. Aber erst durch die Erfindung des Telefons von Alexander Graham Bell 1876, wurde das Telefon als Kommunikationsmittel anerkannt.

 

Wie kamen die ersten beiden "Bell'schen Telephone" nach Deutschland?

Heinrich v. Stephan hatte in der Zeitung SCIENTIFIC AMERICAN (6. Oktober 1877) von den neuen Telefonen gelesen . Er schrieb am 18. Oktober 1877 an den ihm bekanten Elektriker der Wester Union Telegraphen Company, mit der Bitte um nähere Informationen und die Übersendung eines Satzes dieser neuen Geräte.

 

Quelle: SCIENTIFIC AMERICAN 6. Oktober 1877

Noch bevor er eine Antwort aus Amerika bekommen hatte, hielt Stephan schon am 24. Oktober 1877 zwei Bell Telephone in seinen Händen. Diese beiden Geräte hatte ihm sein Kollege aus dem Londoner Haupttelegraphenamt bei einem Besuch in Berlin mitgebracht.

Stephan lässt sich sofort nach den ersten Versuchen weitere Bell-Telephone von der Firma Siemens & Halske anfertigen.

Am 5. November 1877 wird die erste ständige Telefonverbindung in Deutschland aufgenommen. Die erste Stecke ist die bereits erwähnte, vom Generalpostamts in der Leipziger Straße 15, zu dem Generaltelegraphenamt in der Französischen Straße 33b.

Das ehemalige Reichspostmuseum und das heutige Museum für Kommunikation befindet sich in der Leipziger Straße 16. Das Gebäude des Generalpostamtes wurde im 2. Weltkrieg zerstört. In der Französischen Straße 33 befindet sich heute die Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom.

Heinrich v. Stephan hat auch für das neue erfundenen Telefon den deutsche Begriff "Fernsprecher" geprägt. 

Heinrich v. Stephan (1831 - 1897)

 

Erste Bell-Telephone im Reichspostmuseum (Foto von 1938)

 

Schon in dem Katalog des Reichspostmuseums von 1883 werden fünf Fernsprecher ältester Konstruktion des Professors Bell und Siemens & Halske von 1876/1877 aufgeführt

 

 

Ausstellungskatalog von 1938

Zitate aus Briefen von Werner von Siemens an seine Brüder:
19. November 1877. 
". . . . . Der Telephonschwindel ist jetzt in Deutschland in voller Blüte, und ich kann sagen, ich werde die Geister, die wir berufen haben, nicht mehr los! Heute sind ca. 100 Briefe, welche Lieferung von Telephonen verlangen, eingegangen, und so geht es täglich. Dazu die Berliner, die unser Geschäft vollständig belagern und alle guten Freunde, - wenn auch nur ad hoc - welche es bei uns sehen und darüber schwatzen wollen! Es ist eine wahre Kalamität! . . . . ." 
oder am 26. November 1877: 
". . . . . Die Telephone machen jetzt alles verdreht. Wir fertigen täglich schort 200 Paare an, und bisher ist es ein Tropfen auf den heißen Stein! . . . . ." 

Foto: Postmuseum Frankfurt a.M.

Das erst von Siemens & Halske hergestellte  Bell-Telephon

und am 7. Dezember 1877: 
". . . . . Wir sind schon einmal auf 700 Telephone in einem Tage (geliefert) gekommen. Jetzt scheint der Sturm etwas nachzulassen. . . ." 

 

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Die Erfinder der Telefons
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